Bandenkriminalität, Einbruchschutz, Überfallschutz

Bandenkriminalität – Wohnungseinbrüche

Die Statistik wandelt sich: Während Einbrüche früher in der Regel von Kleinkriminellen begangen wurden, stehen heute häufig große Banden hinter den Delikten. Damals waren es oftmals Menschen aus prekären Verhältnissen mit akuter Geldnot, auch die Beschaffungskriminalität von Süchtigen spielte in die Einbruchstatistik mit hinein. Im letzten Jahrzehnt sind es aber seltener die regional bekannten Täter, die in den Nachbarstädten Einbrüche verüben. Ihr Platz wurde von den Mitgliedern kleiner bis größerer Banden eingenommen. Diese haben sich auf Einbrüche spezialisiert und üben diese mittlerweile hochprofessionell aus.

Vorgehen der Banden

Zunächst werden die Stadtviertel, die ins Auge gefasst wurden, von Spähtrupps aufgesucht. Diese beobachten die Häuser und Menschen wenige Tage vor den geplanten Einbrüchen und halten systematisch bestimmte Merkmale fest: Wann ist die Wohnung zu welchen Zeiten unbesetzt? Gibt es Kameras oder Alarmsysteme? Gibt es Hunde? Gibt es leichte Einstiegspunkte? Wohnen dort Polizisten oder offensichtliche Schusswaffenträger? Gibt es Hinweise auf wertvolle Gegenstände (Schmuck)? Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden teilweise direkt am Haus mit Hilfe so genannter Gaunerzinken festgehalten. Diese Geheimzeichen tragen die Informationen an die später folgenden Einbruchtrupps weiter und schützt so die Angreifer vor unliebsame Störungen während der Taten. Auch mögliche Fluchtwege werden auf diese Art kommuniziert.

Die Einbruchtrupps kommen nur wenige Tage später. Durch die Informationen der Spähtrupps können die Einbrecher schnell und gezielt arbeiten. Sie wissen genau, wann die Wohnungen menschenleer sind, durch welches Fenster sie hineingelangen und welchen Fluchtweg sie im Zweifelsfall nutzen können. Mit akribischer Genauigkeit und minuziöser Planung werden so in kurzer Zeit viele Häuser gleichzeitig ausgeräumt. Parallel fahren mehrere Fahrzeuge durch das Gebiet und halten nach möglicherweise informierter Polizei Ausschau. Sollte diese auftauchen, können das Diebesgut und die Täter schnell abtransportiert werden. Vor diesem Hintergrund sind besonders Wohngebiete an Autobahnen in Grenznähe besonders gefährdet. Die Flucht in Nachbarländer erschwert der Polizei das Eingreifen. Auch die langfristige Ermittlung wird durch die Internationalität der Banden deutlich erschwert. In aller Regel werden solche Einbrüche nie aufgeklärt.

Schutz vor Banden

Die Banden agieren hoch professionell und stellen die Polizei vor enorme Herausforderungen. Glücklicherweise kann man Vorkehrungen treffen, um die eigenen vier Wände unattraktiv für potenzielle Einbrecher zu machen. Neben der polizeilich ausdrücklich empfohlenen mechanischen Sicherung von Fenstern und Türen sind es besonders die elektronischen Alarmsysteme, die sichtbar für ein geringeres Einbruchrisiko sorgen. Hausalarmanlagen können mit Bewegungsmeldern, Öffnungsmeldern sowie Glasbruchmeldern ein engmaschiges Netz um die Wohnung spannen, die ungebetene Gäste bzw. deren Einbruchsversuch wahrnehmen und melden können. Wenn diese Meldung ein akustisches Alarmsignal über eine Außensirene auslöst, ist die Einbruchserie im gesamten Viertel gefährdet und muss abgebrochen werden. Dieses Risiko gehen die Banden nur ungerne ein. Die Spähtrupps haben daher ein besonderes Auge auf eventuelle vorhanden Alarmanlagen im Haus. Kameras, Bewegungsmelder und installierte Sensoren an Fenstern und Türen werden zielsicher gesucht und registriert. Von solchen Häusern, die die gesamte Aktion gefährden, lässt man lieber die Finger.